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Faszination Radmarathon: Tipps und Tricks zum Finish

19.01.2015

Marathon ist ...

Die Teilnahme an einem Radmarathon ist mehr als bloß Radfahren. Es ist ein Landschaftserlebnis, eine Möglichkeit, Radsport in der Gemeinschaft zu betreiben, und mentale Entspannung. Verantwortlich dafür ist nicht nur die Bewegung. Der Ort, die Umgebung, die Strecke unterstützen das Erlebnis Radmarathon. Im besten Fall ist man in einer Region unterwegs, in der man sonst Urlaub machen würde. In Österreich oder Italien oder Frankreich, oder etwas weniger exotisch, in der Heimat. Egal wo, überall gibt es Marathon-Veranstaltungen, die etwas Besonderes anbieten. Fausto Coppis Lieblingspässe, durch Rom mit dem Rad, legendäre Pavé-Abschnitte in Roubaix oder Höhenmeterangaben, die man eher im Himalaya vermuten würde. Die Qualität der eigenen Standard-Trainingsrunde zu Hause verblasst da etwas. Gott sei Dank. Denn, wenn es nicht so wäre, würde der Spaß an solchen Veranstaltungen, die Exklusivität, verloren gehen.

Reisethema: Radmarathon

Radmarathon-Veranstaltungen sind meistens Ein-Tages-Events. Morgens Start, nachmittags bis spät-nachmittags, bei manchen Teilnehmern vielleicht sogar abends, Ziel. Danach Heimreise. Heimreise? So richtig lohnt sich die Teilnahme an einem Radmarathon im Ausland für die meisten erst, wenn man sie mit einem Kurztrip verbindet. Erst ein Tag Urlaub, dann der eigene Rad-Event. Oder erst das eigene Radvergnügen, dann den anderen zuschauen: bei den Profis in Flandern zum Beispiel. Oder man dehnt die Reise noch etwas weiter aus und nutzt den Nove Colli als Highlight des Familienurlaubs an der Adria. Möglichkeiten bieten sich von März bis Oktober – davor und danach ist Nebensaison.

Schluss mit lustig

Der Spaß kann einem aber auch wieder abhanden kommen. Nicht wegen des Radmarathons, sondern wegen einer schlechten Vorbereitung. Ein Marathon wird schnell zur Leidenstour. Gerade, wenn man sich für die Klettervariante entschieden hat. Verantwortlich kann neben der zu schlechten Form auch das falsche oder zu wenig gepflegte Material sein. Brennen die Beinchen, schmerzt der Rücken oder drückt der Sattel erst einmal, sind Stimmung und Motivation schnell gedämpft. Die gute Nachricht: Verhindern kann man das leicht. Und zwar mit etwas Zeit, den richtigen Handgriffen und den passenden Tipps. Was muss ich alles mitnehmen? Wie verhalte ich mich vor, während und nach dem Marathon? Diese Fragen gilt es für sich zu klären.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Das richtige Marathonrad

Das richtige Marathonrad

Radmarathons haben spezielle Anforderungen – auch an das Rad. Bequem und damit sehr gut geeignet für lange Strecken sind die Komfortmodelle einiger Hersteller. Was sie auszeichnet, zeigt stellvertretend für alle das Specialized Roubaix S-Works SL4.

Der Sattel ist für den Sitzkomfort entscheidend. Eine angenehme Ergonomie und Polsterung sind empfehlenswert. Für mehr Dämpfung kann auch die Sattelstütze sorgen.

Den Lenker bestens im Griff: Mit einem doppelt gewickelten Lenkerband oder Gelunterlagen wird das Cockpit zum Handschmeichler.

Etwas breitere Reifen (25 mm) haben eine größere Kontaktfläche und können mit etwas weniger Luftdruck gefahren werden. Ein Plus für den Komfort.

Die Übersetzung sollte an das Terrain des Marathons angepasst werden. Einen guten Kompromiss bieten Kompaktkurbeln. Sie sind sowohl für bergige als auch für flache Strecken geeignet.

Geometrie: Ist das Oberrohr kürzer und das Steuerrohr länger, wird die Haltung aufrechter und bequemer. Details (wie die Zertz-Einsätze am Roubaix) sorgen für zusätzlichen Komfort.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die wichtigsten Tipps vor, während und nach dem Rennen.

Vor dem Radmarathon

Bei der unmittelbaren Vorbereitung auf den Marathon sollte man sich mit dem Training nicht mehr übernehmen. Sinnvoll ist, die letzte Woche mit lockeren Ausfahrten zu gestalten, um erholt an den Start gehen zu können. Am Tag vor dem Marathon sollten die Kohlenhydratspeicher aufgefüllt werden – zum Beispiel mit Pasta.

Während des Radmarathons

Wichtig beim Marathon ist die Einteilung. Eine große Gefahr ist der Motivationsüberschuss kurz nach dem Start – ein erfolgreiches Resultat erzielt man nicht durch eine schnelle Anfangsphase, sondern durch ein möglichst konstantes und angemessenes Tempo. Essen: bevor der Hunger kommt.

Nach dem Radmarathon

Nach der Belastung empfiehlt sich eine kurze Runde zum Ausfahren (min. 5 Minuten). So werden Stoffwechselprodukte im Blut schneller abtransportiert, Muskelkater vermieden, die Regeneration gefördert. In dieser Phase unterstützt protein- und aminosäurehaltige Nahrung den Erholungsprozess.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die wichtigsten Punkte für die unmittelbare Vorbereitung

Startklar? Die wichtigsten Punkte für die Marathon-Vorbereitung:

Radkontrolle

  •     Schaltung und Kette
  •     Schalt- und Bremszüge
  •     Bremsbeläge
  •     Laufräder (Speichen, Freilauf,
  •     Bremsflächen, Kassette
  •     Luftdruck
  •     Schrauben

Bekleidung

  •     Grundbekleidung (Trikot, Hose, Helm, Schuhe, Brille, Socken)
  •     Zusatzbekleidung (langes Trikot, Regenjacke, Windweste und/oder
        -jacke, Armlinge, Beinlinge, Knielinge, Kappe oder Mütze)

Körper

  •     Duschgel/Massageöl
  •     Sonnencreme/Gesäßcreme
  •     Eigene Energieriegel/Gels/Getränkepulver

Sonstiges

  •     Werkzeug und Material (Minipumpe, Flickzeug, Reifenheber, Ersatzschlauch, Minitool)
  •     Schuhplatten kontrollieren

Quelle: 

Text: Redaktion RennRad; Fotos: Redaktion, Hersteller, Eva Aso