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Neues aus der Forschung: Böses Fett?

11.08.2016

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Fett: Gesund im Radsport?

Jahrelang wurde es als gefährlicher Nährstoff proklamiert, den es zu vermeiden gilt: Fett. Heute stehen – gerade unter Sportlern – ebenso häufig die Kohlenhydrate auf der „Vermeidungsliste“. Auch cholesterinhaltige Lebensmittel haben einen schlechten Ruf. Doch welche Ernährungsform ist wirklich gesund? Wie ist der aktuelle Stand der Forschung? Ein Überblick. 

 

Wie viel Fett? 

Bislang stand in der US-Ernährungsleitlinie eine Obergrenze für Fett: Maximal 30 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr sollte man in Form von Fetten zu sich nehmen. Diese Empfehlung ist Geschichte. In der aktuellsten Form der Leitlinie gibt es keine Obergrenze mehr. Ist Fett damit offiziell rehabilitiert? Zumindest bestimmte Arten von Fett: vor allem die mehrfach ungesättigten. Die Empfehlung lautet: Wenn möglich, sollte man gesättigte Fettsäuren meiden und durch ungesättigte ersetzen. Für letztere gilt in Deutschland weiter eine empfohlene Obergrenze von zehn Prozent der Energiezufuhr.

Risiko Ei

In der neuesten Version der US-Ernährungsleitlinie wurde auch die Obergrenze für Nahrungscholesterin aufgehoben. Denn: Anders als lange angenommen habe der Cholesteringehalt von Nahrungsmitteln kaum einen Einfluss auf die Cholesterinmoleküle im Blut. Auch das Ei ist somit rehabilitiert. Ernährungsexperten wie Dr. Wolfgang Feil empfehlen sogar Sportlern, bis zu 20 Eier pro Woche zu konsumieren. Vor allem wegen des enthaltenen hochwertigen Eiweißes. Zudem sind Eier reich an den Vitaminen D und B12 sowie Selen.

Gute Fette, schlechte Fette

Fette aus Fisch und Pflanzen gelten als gesund. Eher ungesund sind dagegen gesättigte Fette, die zum Beispiel in bestimmten Fleisch- und Wurstwaren wie etwa Speck oder Schmalz vorkommen. Empfohlen werden dagegen Nüsse, Olivenöl oder Lachs (mehr dazu weiter unten). Zu vielen dieser „gesunden“ Fette liegen bereits Studien vor, die überwiegend positive Effekte belegen. Zum Beispiel blockierte Walnussöl in Tierstudien die Bildung einer Fettleber. 

Die mediterrane Ernährung

Sie wird schon lange empfohlen: die Ernährungsform, wie sie im Mittelmeerraum dominiert. Sie ist reich an Fett. Die mediterrane Ernährung ist nicht ganz klar definiert, jedoch stehen einige Hauptbestandteile in allen Auslegungen fest: Fisch, Olivenöl, Nüsse, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte. Studien haben belegt, dass vor allem die fettreichen Nüsse und das Olivenöl die Gefahr von Herzkrankheiten deutlich senken können. Zudem deuten einige Untersuchungen positive Effekte auf das Brustkrebs- und das Alzheimer-Risiko an. 

Omega 3

Diese Fettsäuren kann der Körper nicht selbst herstellen. Sie werden schon lange als wichtig für die Gesundheit erachtet. Einige Studien suggerieren positive Effekte auf die Körperfettreduktion. Ein Erklärungsansatz hierfür wäre, dass die Fette die Proteinsynthese und damit den Muskelaufbau beeinflussen. Auch im Hinblick auf die spezielle Ernährung von Ausdauersportlern wurden sie bereits häufig untersucht. Allerdings sind die Ergebnisse der Studien noch recht widersprüchlich. In einer Untersuchung der University of Toronto aus dem Jahr 2015 bekamen Leistungs-Ausdauersportler 21 Tage lang je 1,1 Gramm Omega-3-Supplemente. Danach zeigten sich signifikante Verbesserungen bei der neuromuskulären Aktivierung und bei der anaeroben Kapazität.

New Nordic

Relativ neu ist der gute Ruf der nordischen Ernährung. Das Konzept der „New Nordic Diet“ haben Ernährungswissenschaftler der Universität Kopenhagen zusammen mit Köchen entwickelt. Es basiert vor allem auf Zutaten, die seit Jahrhunderten Bestandteil der nordeuropäischen Küche sind: Fisch, Kohl, Beeren, Äpfel, Hafer, Roggen, Wurzelgemüse, Kräuter, Nüsse, Hülsenfrüchte und mehr. Fleisch kommt in der neuen nordischen Diät nur selten vor. Zucker, Wurstwaren, Salz sind nur in geringen Mengen erlaubt. Sehr groß angelegte Studien in Dänemark haben gezeigt, dass diese traditionelle Ernährung mit einer längeren Lebensdauer und geringeren Diabetes- und Herzinfarktrisiken einhergeht. Diese Effekte sind ähnlich stark wie jene der mediterranen Küche. 

 

Abnehmhilfe

Einige Studien der Universität Kopenhagen zeigen auch das Potenzial der nordischen Ernährungsweise für Abnehmwillige. So hatten die Probanden einer Untersuchung nach einer 26 Wochen langen New Nordic Diet durchschnittlich 4,7 Kilogramm Gewicht abgebaut – die Mitglieder der Vergleichsgruppe nur 1,5 Kilogramm. Erstgenannte wiesen auch signifikant stärker gesenkte Blutdruckwerte und eine höhere Zufriedenheit mit ihrem Speiseplan auf. 

 
 

 

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