Race



24 Stunden durch den grünen Regenwald am Nürburgring

12.09.2013

Am 7/8. 9. 2013 fand zum 11. mal, das 24h Radrennen durch die grüne Hölle am Nürburgring statt. Auch ich wollte, wie in den beiden letzten Jahren, wieder an diesem Event teilnehmen. Geplant war nach einem Start im 4er Team 2011 und einem im 2er Team 2012, wieder mit meinem letztjährigen Partner Harry Schweikert anzugreifen. Schließlich wollten wir unseren Titel in der AK-Wertung verteidigen. Leider verletzte sich Harry und ich musste mir einen neuen  Partner suchen. Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht und erst durch die Hilfe von Bernd Hornetz, gelang es mir einen Tag vor Start des Rennens, Erwin Hickl davon zu überzeugen, daß es besser wäre mit mir um den Ring zu fahren, als bei den Südwestdeutschen Bergmeisterschaft an den Start zu gehen.

So ging es also Samstag früh Richtung Nürburgring. Die 2 stündige Fahrt lies schon erahnen was uns in den 24h des Rennens erwarten würde. Es regnete fast ohne Unterbrechung. Dort angekommen, trafen wir uns mit den Verantwortlichen der Organisation „Tour der Hoffnung“ unter dessen Namen wir auch an den Start gingen. Um 13.15 Uhr war es dann so weit. Das Rennen wurde bei trockenem Wetter gestartet, was nur leider nicht lange so bleiben sollte.

Alle Kategorien des 24h Rennens wurden gemeinsam auf die Strecke geschickt. Erwin, als erfahrener Rennfahrer, fuhr die erste Runde und es gelang Ihm, sich mit 2 Fahrern der 4er Teams und einem Fahrer eines 8er Teams, sich vom Rest des riesigen Feldes ab zusetzen. Jetzt war es an mir diese sehr schnelle Gruppe nicht zu verlieren, was mir glücklicherweise auch gelang. Nun war es wieder an Erwin, in seiner 2. Runde nach nicht einmal 45 min Pause, mit den frischen Jungs der anderen Teams wieder auf die Strecke zu gehen. Auch diesmal schaffte er es mit den Führenden die Runde zu beenden. Leider gelang mir dieses Kunststück nicht mehr und nach einer weiteren halben Runde, musste ich mein eigenes Tempo fahren und kam ca 1min nach den Führenden zum Wechsel.

Durch diese Hatz zu Beginn des Rennens, konnten wir einen schönen Vorsprung auf das nächste 2er Team erarbeiten, den wir in den nächsten Runden kontinuierlich ausbauten. Leider setzte ab der 5. Runde der Regen ein und hörte, bis auf eine kurze Phase in der die Straße sogar wieder etwas abtrocknete, erst mit dem Ende des Rennens wieder auf. Zu dem Regen gesellte sich dann auch noch dichter Nebel und starker Wind. Die Sicht war teilweise so schlecht, das wir am Straßenrand fahren mussten um nicht komplett die Orientierung zu verlieren. Der Regen war manchmal so stark, da hätte man genauso auch unter der Dusche Radfahren können. Aber man will ja nicht jammern, denn die Bedingungen sind für alle gleich schlecht. Die Kombination aus Nacht, Regen, Wind, Gewitter und Nebel führte dann auch dazu, das das Rennen gegen 5.45 Uhr unterbrochen wurde. Eine wahrlich weise Entscheidung, den der Krankenwagen war schon zu oft unterwegs.

In der Nacht fuhren Erwin und ich Doppelrunden um die Möglichkeit zu haben ca. 45 min zu schlafen, bevor der nächste Einsatz wieder bevorstand. Da ich vor der Unterbrechung auf der Strecke war, war es Erwin der beim Neustart um 8 Uhr 30 Min, wieder im Regen, los fahren durfte. Zum Glück hatten wir einen so großen Vorsprung, das ein platter Reifen und ein zusätzlicher Trikotwechsel für die letzte Runde, unseren Sieg nicht mehr gefährden konnte. Gemeinsam fuhren wir nach ca 650 zurückgelegten km, 12500 hm und einem Schnitt von 30,40 km/h, glücklich über die Ziellinie.

Riesen Respekt vor Erwin, der in seinem doch etwas fortgeschrittenen Rennfahreralter, diese wahnsinnige Leistung gebracht hat. Ohne Ihn wäre dieser Sieg nicht möglich gewesen. Ich möchte mich auch bei unserem Betreuer Rick Turner bedanken, der  uns 24h und darüber hinaus bestens versorgt hat.

Auch bei Tour der Hoffnung, speziell bei Karsten Koch und Gerhard Becker, möchte ich mich bedanken, das Sie uns so herzlich aufgenommen haben und wir Teil des Ganzen seien durften. Danke nochmal Bernd das Du mich ermutigt hast Erwin anzurufen und auch Dennis Sandig von IQ- Athletik, durch dessen Trainingsplanung ich es geschafft habe, für Erwin nicht zu sehr ein Klotz am Bein zu sein.

So, jetzt ist genug gedankt. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, bei hoffentlich besserem Wetter, mit genauso viel Spaß und genauso vielen netten Leuten.

 

Quelle: 

Bernd Hornetz