Race



Bernd Hornetz gewinnt die Dolomiti Classic

14.09.2013

Endlich der erste Sieg dieses Jahres für Bernd Hornetz (Prestigio-LGL-Miche) auf italienischem Boden. Und das bei einem seiner Lieblingsrennen, in Arabba beim Dolomiti Classic (140km/3.600hm). Nebenbei wurde Roberto Cunico (Team Beraldo), den frisch gekürten Sieger des Ötztaler Radmarathons geschlagen, auch wenn dieser nicht seinen allerbesten Tag zu haben schien.

Startschuss für ca. 700 Teilnehmer um 8:00 Uhr im Ortskern Arabbas. Noch spärlich die Wolkinlücken, dafür bereits recht milde Temperaturen und kein Regen. Die ersten 45km gilt es aufmerksam möglichst weit vorne im Feld zu fahren. Bis zum Einstieg in den Passo Duran in Agordo vorwiegend Abfahrten, nur zwei, drei Wellen, wo es den Puls kurzzeitig antreibt. Hornetz bleibt immer unter den ersten 10 Fahrern. Zuletzt überschüssiger Kleidung entledigt, geht es in Agordo direkt in die steile Auffahrt des Duran. Das Tempo bleibt lange Zeit moderat. Hornetz tritt meist zwischen 300 und 330W. Fühlt sich von Beginn an sehr stark und bemerkt, dass die Konkurrenten deutlich angespannter unterwegs sind.

Seine VeloClub.it Teamkollegen Christian Schiller, Werner Weiss (beide Prestigio-LGL-Miche) und Paolo Minuzzo (Legend-Miche-Gobbi) halten sich mit ihm in den ersten Reihen des sich kontinuierlich verkleinernden Feldes auf.

Zwischenzeitlich wird dann leicht beschleunigt, um eine Selektion auf ca. 20 Fahrer zu erreichen, darin alle Favoriten und alle 4 VeloClub-Fahrer. Mit erreichen der Passhöhe, attackiert Cunico (Team Beraldo), wie üblich, in diese enge und gefährliche Abfahrt.
Sofort streckt sich die Spitzengruppe, Cunico im Downhill in Front mit 2 Begleitern. Knapp dahinter Stefano Sala (Team Carimate Kuota), vor Hornetz (Prestigio-LGL-Miche), zu dem später Antonio Camozzi (Team Isolmant) aufschließt.

In einem Höllentempo erreicht die zerissene Perlenkette der Spitzenfahrer den Talort Zoldo Alto, wo es sofort wieder zum Passo Staulanza ansteigt. Es versammeln sich nach und nach ein Dutzend Fahrer, wieder mit alle 4 VeloClub-Fahrern, auch Team Carimate Kuota mit 3, sowie die Teams Isolmant und Soullimit mit je 2 Fahrern.

An einem steileren Stück, ca. nach 1/3 des Passes, zieht Hornetz (Prestigio-LGL-Miche) etwas das Tempo an. 2 Fahrer können noch folgen. Camozzi (Team Isolmant) und nur mit größter Mühe Sala (Team Carimate Kuota), sodass Hornetz und Camozzi sich die Tempoarbeit teilen. Ötztaler-Sieger Cunico (Team Beraldo) bleibt zurück und muss die Nachführarbeit weitgehend alleine leisten, da sich die Teamkollegen des Führungstrios keine Veranlassung sehen, sich zu beteiligen.

In der Abfahrt führt nun wieder Sala die 3 Ausreißer an. Sofort auf den ersten Metern im nachfolgenden Passo Giau, noch 50km zum Ziel, zieht Hornetz wieder an. Keine Attacke, ein Stück mit 380W reichen, um sich zu lösen.im rennrad-test:

Sala fällt deutlich zurück, zu Camozzi vergrößert sich der Abstand langsamer. Hornetz findet einen guten Rhythmus. Ohne ans Limit zu gehen, kann er seinen Vorsprung stetig ausbauen. Inzwischen starten Schiller (Prestigio-LGL-Miche) und Casartelli (Team Carimate Kuota) Ihre Aufholjagd, erreichen Sala. Casartelli springt sogar vor bis zu Camozzi.

Kontrolliert und zügig nimmt Hornetz die Abfahrt. Auch für den 4. Pass des Tages, den flacheren Falzarego findet er erneut einen guten Rhythmus, mit ausreichend Druck, um diesen mit 3 Minuten Vorsprung auf das erste Verfolgerduo zu überfahren. Hinter ihm weitere Bewegung, Casartelli löst sich von Camozzi, der wiederum von Schiller erreicht wird, Sala fällt etwas zurück. Die noch welligen 20km bis ins Ziel nach Arabba vergehen für Hornetz sehr schnell. Auf den langen geraden ist nach Hinten nichts zu sehen, der Sieg scheint vorzeitig für das Team Prestigio-LGL-Miche gesichert.

Im Ziel dann nochmals gesteigerte Freude, als Freund und Teamkollege Schiller, nach toller Aufholjagd noch Camozzi distanziert  und als Dritter die Line überfährt.

Gleich zwei Deutsche auf dem Podium in Arabba, gab es wohl noch nicht. Eine weitere Top10-Platzierung für den VeloClub durch Paolo Minuzzo 10. (Legend-Miche-Gobbi) und auch Werner Weiss bestätigt mit dem 12. Platz und Gewinn seiner Altersklasse seinen Aufwärtstrend.

Bei den Frauen komplettiert Cistina Lambrugo (Gobbi-LGL-Somec) mit dem 5. Platz das tolle Teamergebnis des VeloClubs. Ebenso beeindruckend der 15. Gesamtrang und souveräne Alterklassensieg vom Brixener Peter Stier für das Team Forchheim.


 

Quelle: 

Bernd Hornetz