Reise

Land der Leiden: Touren in Deutschland

08.04.2014
Mit dem Rennrad durch Deutschland. Touren und Tipps.

 

Zu den nervigsten Errungenschaften der Medien gehören, neben Übertreibungen und Hofberichterstattung: Top-Ten-Listen. Es gibt sie von allem, jede Zeitung, jedes Magazin, jedes TV-“Wissensmagazin“ erfindet welche. Wir von RennRad tun es auch, ausnahmsweise, und nennen sie: „Zehn Marathons in Deutschland, zehn Herausforderungen.“
Die großen Rennen, die harten Strecken, die traditionsreichen Marathons, die sind im Ausland, in Österreich, Frankreich, Belgien, Italien. So denken viele. Doch Deutschland hat aufgeholt. Die Rennen wurden mehr, die Strecken länger, bergiger, schöner, die Organisation professioneller. Es gibt sie fast überall im Land: die unterschätzten, kaum bekannten Veranstaltungen. Noch haben die Namen „Ötztaler Radmarathon“ in Österreich oder „Novecolli“ in Italien einen anderen Klang, einen anderen Ruf als die Events in Deutschland. Doch mit der Zeit wächst auch das Renommee der deutschen Rennen.


Tief im Westen
Im Süden des Landes ist das Angebot an harten, etablierten Marathons größer als im Norden. Doch auch tief im Westen und Osten gibt es viele professionelle Veranstaltungen. Im eigenen Land Radmarathons zu fahren, kann viele Vorteile haben: die kurze Anreise, niedrigere Kosten, eine höhere Wahrscheinlichkeit, den begehrten Startplatz auch zu bekommen, die Chance, die Heimat aus einer anderen Perspektive kennenzulernen – auf dem Rad, während eines Wettkampfs, zusammen mit Gleichgesinnten.


Alb oder Alpen?
Bei der Auswahl der zehn Marathons, die wir hier vorstellen, haben wir auf den guten Ruf der Veranstaltung und die Organisation genauso geachtet wie auf die Schönheit der Strecke. Die meisten der berücksichtigten Rennen punkten mit landschaftlich wunderschönen Kursen – auf kleinen Straßen, durch enge Täler, über Höhenstraßen und Berggipfel, durch Wälder und Mittelgebirge. Ob man durch den flachen Spreewald, die bergige Rhön oder die bayerischen Voralpen rollen möchte, in unserer Auswahl ist für jeden etwas dabei.
Auch für diejenigen, die das Extreme suchen. Die Extrem-Variante des Rhön Radmarathons stellt dem Radfahrer 248 Kilometer und 4800 Höhenmeter in den Weg. Das sind nur 700 weniger als beim berühmten „Ötztaler“ in Tirol. Das stolze Gefühl, wenn man es geschafft hat, ist inklusive. Auch der seit Jahren seinen eigenen Mythos nährende Alb Extrem Marathon mit Start im schwäbischen Ottenbach steht mit seinen 4500 Höhenmetern den großen Veranstaltungen in den Alpen in nichts nach. Das ist für viele Radfahrer die Motivation, die Herausforderung: Berge, Höhenmeter, das Erleben der Berglandschaften. Auch deshalb haben wir in unsere Auswahl viele Marathons aufgenommen, die solche hügeligen oder bergigen Strecken aufweisen. Beim Spreewaldmarathon hingegen kommen auch die absoluten Flachlandbewohner auf ihre Kosten; die Eckdaten: 200 Kilometer mit nur 220 Höhenmeter. Der 260 Kilometer lange Arber-Radmarathon mit Start in Regensburg ist genauso wie der Schwarzwald Ultra Radmarathon (SURM) mit Start und Ziel in Alpirsbachbereits eine Institution. Lang, schwer, gut organisiert, mit Top-Verpflegung auf der Strecke. Beim SURM kommen bei der letzten Verpflegungsstation sogar Bierfreunde auf ihre Kosten. Das gibts sonst nirgends – und entspricht irgendwie dem Klischee, das viele andere von „den Deutschen“ haben.
Dennoch wird, wer einige der vorgestellten Marathons fährt, sicher mehr und andere Eindrücke von Deutschland sammeln als der US-amerikanische Schrifsteller Mark Twain. Eines seiner berühmtesten Zitate zu dieser Reise lautet: „Die Deutschen lieben Rheinwein. Er wird in schlanke Flaschen gefüllt und für ein gutes Getränk gehalten. Von Essig unterscheidet er sich durch das Etikett."

Spreewald Marathon

200 km, fast keine Höhenmeter, Natur und viel Ruhe.

Brandenburgs größtes Radlerfest findet 2014 bereits zum zwölften Mal statt. Der Spreewald-Radmarathon zeichnet sich vor allem durch eins aus: seine Gesamt-Höhenmeterzahl von sage und schreibe 220 Metern auf der längsten Strecke. Damit ist er der inoffiziell flachste Radmarathon der Welt und großartig geeignet zum Einrollen in die Saison. Neben dem Radmarathon, der flache 200 Kilometer weit durch den Spreewald führt, sind für Rennradfahrer die Distanzen 150, 110 und 70 Kilometer geboten. Start und Ziel der Radrennen ist auf der Schlossinsel in Lübben, auf der am letzten Aprilwochenende so richtig viel los sein dürfte. Neben den Radevents finden nämlich der Spreewald-Marathon, zwei Halbmarathons, ein 10-Kilometer-Lauf sowie ein 5-Kilometer-Nachtlauf statt. Außerdem wird geskatet, gewandert und gepaddelt, was das Zeug hält.  
Durch das Biosphärenreservat
Die Radmarathonstrecke führt durch grüne Natur pur: Zuerst geht es raus aus dem Kerngebiet des Spreewalds, nach Rickshausen und über Zützen nach Freiwalde, bevor die Tour in den nördlichen Teil des Biosphärenreservats eintaucht. Nach einem Abstecher in die Märkische Heide geht es wieder in den Spreewald und hinauf zum Schwielochsee. Über Drachhausen rollt der Tross ins Herz des Spreewalds, nach Burg, Lübbenau und schließlich wieder zurück zur Schlossinsel. Extratipp: Am Samstagabend locken die Saunen und Whirlpools der Spreewelten, offizieller Wellnesspartner des Spreewaldmarathons. |||||

Bewertungen:
Organisation +++
Streckensicherheit ++++
Schwierigkeitsgrad +
Verpflegung +++
Geselligkeitsfaktor +++++
Startplatzwahrscheinlichkeit +++++
Side-Events  ++++

 

Infos kompakt:
Termin        26. April
Startort        15907 Lübben
Streckenlänge    200 km
Höhenmeter    220 Hm
Startgebühr    30 Euro
www.spreewaldmarathon.de

 

Rhön Radmarathon

Die Wasserkuppe ist der höchste Punkt des Rhön Marathons.

Die Veranstalter garantieren: „In Deutschland werdet ihr keine schöneren und vor allem keine härteren 238 Kilometer finden.“ 238 Kilometer in Kombination mit 4500 Höhenmetern sind tatsächlich eine echte Kampfansage – zum 25. Jubiläum der Veranstaltung wird einmalig sogar eine Extrem2-Variante mit 248 Kilometern und 4800 Höhenmetern angeboten. Der Rhön-Radmarathon kann also durchaus mit vielen Alpen-Marathons mithalten. Und die Schönheit? Die traumhaften Panoramen von der Wasserkuppe und den anderen Rhöngipfeln bestätigen die Behauptung. 2000 Teilnehmer für die drei Marathonstrecken (238, 202 und 171 km) und weitere 3000 auf den vier RTF-Distanzen versprechen zudem eine großartige Atmosphäre an Pfingsten in Bimbach, unweit von Fulda.
Ständiges Auf und Ab
Die Streckenführung bezieht alle drei Rhön-Bundesländer mit ein: Bimbach, der Start- und Zielort, liegt in Hessen. Hier wartet mit dem 15-prozentigen Anstieg hinauf zur Ebersburg auch gleich die steilste Stelle auf die Teilnehmer. Es folgt das Dach der Rhön, die Wasserkuppe. Während die bayerische Etappe relativ flach verläuft, geht es in Thüringen knackig den Frankenberg hinauf. Und das seit 1979. Der RSC Bimbach wurde 1977 gegründet. Schon zwei Jahre später ertönte zum ersten Mal der Startschuss zur Rhön-Radrundfahrt. Die Marathondistanzen sind seit 1990 geboten. Die langjährige Erfahrung merkt man der Veranstaltung an, alles klappt wie am Schnürchen. 2013 wurde mit 5113 Radsportlern ein neuer Teilnehmerrekord erreicht. |||||

Bewertungen:
Organisation ++++
Streckensicherheit +++
Schwierigkeitsgrad +++++
Verpflegung +++++
Geselligkeitsfaktor ++++
Startplatzwahrscheinlichkeit ++++
Side-Events  +++
 

Infos kompakt:
Termin        8. Juni
Startort        36137 Bimbach
Streckenlänge    238 km
Höhenmeter    4500 Hm
Startgebühr    35 Euro
www.rhoen-radmarathon.de

Eifel Extrem

Erloschene Vulkane, viel Wald, kleine Straßen - das bietet die Eifel.

Bereits zum 18. Mal findet der Eifel-Extrem-Marathon 2014 statt – eine kleine, aber feine Veranstaltung in einer der ohnehin schönsten Rennrad-Landschaften Deutschlands. Die vielen schmalen und verkehrsarmen Straßen des Marathons würdigen auch unbekannte Ecken und Sehenswürdigkeiten der Eifel.  Gemütliches Sightseeing ist bei 206 Kilometern und 3500 Höhenmetern aber weniger angesagt. Auch wenn die Eifel ein eher niedriges Mittelgebirge ist: Die Straßen ziehen gerne auf direktem Weg über die Vulkan-Hügel, mit Steigungen immer wieder im zweistelligen Prozentbereich.
Das Motto lautet dementsprechend: „Schön. Schwer“.  Zunächst geht es aber locker-leicht durch das Maifeld und in einer Schussfahrt hinunter zur Mosel. In einem ersten Anstieg geht es hinauf zur ersten Kontrolle hinter Treis-Karden, bevor es über eine spektakuläre Serpentinenfahrt in Valwigerberg wieder bergab zur Mosel geht.
Rauf auf die Hohe Acht
Vorbei an der Reichsburg in Cochem, geht es zurück in die Eifel, wo dann die Marathonfahrer auf alle RTF-ler treffen und zu den Vulkanmaaren in Ulmen, Gemünden und Schalkenmehren kurbeln. Motorenbrummen kündigt an, dass nun der Nürburgring nicht weit ist. Einen Motor wünscht sich vielleicht auch der ein oder andere beim letzten großen Anstieg von Siebenbach zur Hohen Acht. Gut zu wissen: Die Strecken kreuzen sich. Wer nicht mehr kann, kann immer auf die kürzeren RTF-Routen ausweichen. |||||

Bewertungen:
Organisation +++
Streckensicherheit +++
Schwierigkeitsgrad ++++
Verpflegung +++
Geselligkeitsfaktor ++++
Startplatzwahrscheinlichkeit +++++
Side-Events  ++
 

Infos kompakt:
Termin        15. Juni
Startort        56727 Mayen
Streckenlänge    206 km
Höhenmeter    3500 Hm
Startgebühr    15 Euro
www.rsc-mayen.de

 

Alb Extrem

Ob Alp oder Alpen - für Radfahrer bedeutet beides: Berge, Berge, Berge.

Extrem bedeutet so viel wie das Äußerste oder die äußerste Grenze. Ihre persönlichen Grenzen erreichen wahrscheinlich die meisten beim Alb Extrem-Radmarathon – auch wenn nur ein Bruchteil der 3500 Teilnehmer auf die lange Distanz geht. Im Schnitt wagen sich ungefähr 400 Fahrer an die 260 Kilometer samt 4515 Höhenmeter heran. Letztere sind übrigens so gut verteilt, dass man fast kein flaches Stück mehr findet. Und auch die beiden kürzeren Strecken haben es mit 3000 und 3450 Höhenmetern in sich. Eine gründliche Vorbereitung bietet sich also für alle Distanzen des Alb Extrem an.
Die alte Dame
Seit mehr als drei Jahrzehnten fließt jedes Jahr im Juni der Schweiß in Strömen auf die Anhöhen und Täler der Schwäbischen Alb. Der Alb Extrem ist ein Klassiker für echte Frühaufsteher: Um halb sechs Uhr morgens erfolgt in Ottenbach im Kreis Göppingen der Startschuss. Viel Zeit zum Warmfahren bleibt nach dem Start im Morgengrauen nicht. Knackig bergauf geht es schon nach wenigen hundert Metern, Rampen mit klingenden Namen wie „Hexensattel“, „Weißlinger Steige“ und „Neidlinger Steige“ folgen Tritt auf Tritt. Neun Verpflegungs- und Servicestationen bieten eine kurze Verschnaufpause und den dringend nötigen Energienachschub. Achtung: Die Anmeldung ist nur vom 27. Januar bis 12. Februar 2014 möglich, aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl empfiehlt es sich, schnell zu sein. Anmelden können sich auch Paare und Gruppen mit mindestens zwölf Personen. |||||

Bewertungen:
Organisation ++++
Streckensicherheit ++++
Schwierigkeitsgrad +++++
Verpflegung ++++
Geselligkeitsfaktor +++
Startplatzwahrscheinlichkeit ++++
Side-Events  +++

Infos kompakt:
Termin        29. Juni
Startort        73113 Ottenbach
Streckenlänge    260 km
Höhenmeter    4515 Hm
Startgebühr    58 Euro
www.albextrem.de
 

Arber Radmarathon

Ein großes Peloton, eine lange Strecke und Top - Organisation.

Mit über 7000 Startern gehört der Arber-Radmarathon zu den größten seiner Zunft. Mit Blick auf die Strecke, die durch den Bayerischen Wald führt, ist er sicher einer der schönsten. Und er hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel: Ende Juli 2014 jährt sich das Regensburger Großevent zum 30. Mal. Die ganz große Runde über 250 Kilometer und 3300 Höhenmeter führt bis nach Bayerisch Eisenstein zum Riesen des Bayerwalds und Namensgeber der Rundfahrt, dem Großen Arber. Vorher passieren die Marathonfahrer Falkenstein, Cham und Bad Kötzting sowie die Berge Wurzerspitz, Osser und Sattelbogen, nicht ohne etliche Höhenmeter zu erklimmen und Schweißtropfen auf der Strecke zu lassen. Nach dem Arbergipfel wartet der letzte große Anstieg, der Bretterschachten, mit hochprozentigen Steigungen auf die Teilnehmer. Zurück geht es über Bodenmais, Viechtach, Elisabethzell und Wörth an der Donau in die Domstadt Regensburg.
Feierlaune zum 30. Arber
Zu weit bis zum Großen Arber? Die drei alternativen Strecken 170, 125 und 100 Kilometer sind genauso schön und bieten zumindest herrliche Ausblicke in Richtung Bayerischer Wald. Aber egal für welche Strecke man sich entscheidet, der „Arber“ ist Kult. Der 30. Geburtstag wird mit Sicherheit ein großes Fest, das am Start- und Zielort Regensburger Dultplatz und in der UNESCO-geschützten Altstadt auch nach dem Rennen noch gefeiert wird. Ab voraussichtlich Ende Februar läuft die Online-Anmeldung.   |||||

Bewertungen:
Organisation ++++
Streckensicherheit ++++
Schwierigkeitsgrad ++++
Verpflegung ++++
Geselligkeitsfaktor +++
Startplatzwahrscheinlichkeit +++
Side-Events  ++++
 

Infos kompakt:
Termin        27. Juli
Startort        93059 Regensburg
Streckenlänge    250 km
Höhenmeter    3300 Hm
Startgebühr    38 Euro
www.arberradmarathon.de

 

 

Pacemakers

Die Marathonfahrt für den Freiden ist kein Rennen, sondern ein Erlebnis.

Pace ist italienisch für „Frieden“. Beim Pacemakers-Radmarathon im Südwesten Deutschlands geht es dementsprechend auch nicht um den Sieg, sondern in erster Linie um den Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen. Die Organisatoren bezeichnen die Veranstaltung deshalb auch als „Schrittmacher für eine friedliche und gerechte Welt“. Der Radmarathon für den guten Zweck fordert allerdings wie jedes Jahr seinen Wegzoll in Form von Schweiß und Tränen: Auch wenn nur 1900 Höhenmeter überwunden werden müssen, so sitzen die Teilnehmer für 340 Kilometer doch ganz schön lange im Sattel. Schon früh morgens um 5.45 Uhr stehen die Marathonisti am Start in Bretten. Über Hoffenheim geht es nach Heidelberg, Mannheim, Kaiserslautern, Neustadt an der Weinstraße und über Speyer zurück zum Start, also durch halb Südwestdeutschland. Passiert werden der Kraichgau, der Naturpark Neckartal-Odenwald, der Pfälzer Wald und die Rheinebene.
Gemeinsam ins Ziel  
Der Pacemakers-Radmarathon ist kein Rennen, gefahren wird im geschlossenen Verband mit einer angepeilten Durchschnittsgeschwindigkeit von 29 km/h. Die Radfahrer werden die gesamte Strecke über von einer Polizeieskorte begleitet, die Gruppe von Führungsfahrern darf nicht überholt werden. Unterwegs erwarten die Teilnehmer vier Verpflegungsstationen, mehrere Pinkelpausen und eine Kundgebung. Gemeinsam rollt die gesamte Truppe um etwa kurz vor neun wieder in Bretten ein. |||||

Bewertungen:
Organisation +++
Streckensicherheit +++
Schwierigkeitsgrad ++++
Verpflegung +++
Geselligkeitsfaktor +++++
Startplatzwahrscheinlichkeit ++++
Side-Events  ++

Infos kompakt:
Termin        2. August
Startort        75015 Bretten
Streckenlänge    338 km
Höhenmeter    1900 Hm
Startgebühr    90 Euro
www.pace-makers.de
 

Frankenwald

Circa 1500 Teilnehmer warten auf 210 Kilometer und 3635 Höhenmeter.

Da fühlt man sich wie bei der Tour de France: Mehrere Fanmeilen können die Radrennfahrer beim Frankenwald-Marathon rund um das oberfränkische Stockheim erwarten. Jeder Teilnehmer wird bei der Zieleinfahrt mit Namen begrüßt. Der Endspurt dürfte so nicht schwerfallen, auch mit über 200 Kilometern und rund 3500 Höhenmetern in den Beinen. Zwar bietet der Frankenwald keine unbarmherzigen Pässe wie den Mont Ventoux, doch heftige Anstiege mit bis zu 20 Prozent Steigung finden sich einige auf dem Weg durch den Frankenwald. Längere erholsame Rollpassagen zwischendrin? Fehlanzeige. Der Frankenwald ist nichts für Flachlandtiroler – egal ob man sich für die ganz lange Distanz entscheidet oder auf eine der vier kürzeren Runden (168/110/75/50 km) geht.
Stockheim in Feierlaune
Getreu dem Motto „Wer sich quält, darf auch ordentlich feiern“, wird im Frankenwald Anfang August rund um den Marathontag gleich drei Tage Party gemacht, mit Musik- und Showacts und der obligatorischen Nudelparty am Vortag sowie einer Radsportmesse über drei Tage. Auch für Kinderbetreuung ist beim Frankenwald-Radmarathon gesorgt. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum so viele der rund 1500 Teilnehmer, die teils aus Luxemburg, aus Österreich und der Schweiz anreisen, jedes Jahr wiederkommen. Anfang August 2014 fällt der Startschuss zur zwölften Austragung des Frankenwald-Marathons. 400 ehrenamtliche Helfer sorgen auch dann wieder für reibungslose Abläufe, Verpflegung und „Tour de France“-Stimmung. |||||

Bewertungen:
Organisation +++
Streckensicherheit +++
Schwierigkeitsgrad ++++
Verpflegung ++++
Geselligkeitsfaktor ++++
Startplatzwahrscheinlichkeit +++++
Side-Events  ++++
 

Infos kompakt:
Termin        3. August
Startort        96342 Stockheim
Streckenlänge    210 km
Höhenmeter    3635 Hm
Startgebühr    34 Euro
www.frankenwald-radmarathon.de

 

Sauerland

Von Dortmund geht es durch den Naturpark Arnsberger Land und zurück.

Eine noch junge Veranstaltung mit Kultpotenzial! Der Sauerland Extreme-Radmarathon verkündet ein Motto, das auch hartgesottene Marathonisti das Fürchten lehren soll: There’s no better way to die! Wer zusammen mit den anderen 499 Radsportlern, die einen der insgesamt 500 Startplätze bei der vierten Ausgabe des Events ergattert haben, „besser sterben“ will, der sollte bis August 2014 fleißig trainieren.
Winterberg und zurück
Von Dortmund-Aplerbeck führt die knapp 250 Kilometer lange Marathonstrecke quer durchs Hochsauerland über Winterberg zurück nach Dortmund. Bis zum Wendepunkt in Winterberg klettern die Extrem-Sauerländer durch das schöne Ruhrtal, vorbei an der Möhnetalsperre und durch den Naturpark Arnsberger Wald von rund 100 Metern auf rund 800 Meter über dem Meeresspiegel. Unweit des „Kahlen Asten“ ist die maximale Höhe erreicht und es geht zurück nach Dortmund. Aber auch das Profil des Rückwegs zeigt bis zur Zieleinfahrt zahlreiche giftige Spitzen, die sich auf rund 1900 Höhenmeter summieren.   
Neben der „tödlichen“ Langdistanz bietet die Veranstaltung mit 54, 71, 112 und 154 Kilometern noch vier weitere Streckenlängen.
Am Vorabend füllen sich bei der Pastaparty die Energiespeicher. Vorträge zu spannenden Themen rund um Radsport und Training liefern Futter fürs Hirn. Gewinnen können beim Sauerland Extreme-Radmarathon übrigens nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die besten Fotografen und Videofilmer. |||||

Bewertungen:
Organisation ++++
Streckensicherheit +++
Schwierigkeitsgrad +++++
Verpflegung +++
Geselligkeitsfaktor +++
Startplatzwahrscheinlichkeit +++
Side-Events  +++
 

Infos kompakt:
Termin        9. August
Startort        44287 Dortmund
Streckenlänge    254 km
Höhenmeter    4000 Hm
Startgebühr    25 Euro
www.asc09dortmund.de

Wendelstein Rundfahrt

Die Strecke sorgt genauso für den guten Ruf wie die Verpflegung.

Der legendäre Radmarathon rund um Au bei Bad Aibling feiert dieses Jahr sein 25. Jubiläum. Zur Legende wurde die Veranstaltung nicht nur aufgrund der schönen Strecke durch die Voralpen-Landkreise Rosenheim und Miesbach, sondern auch aufgrund der lukullischen Verführungen an den Verpflegungsstationen: Ob Rühreier in Sachrang, Kässpatzen an der Krugalm oder die Schweinswürstl-Dopingstation in Reichersdorf – bei der Wendelsteinrundfahrt kann es beim Energienachschub schon mal etwas länger dauern. Für die gut 200 Kilometer und knapp 3000 Höhenmeter braucht man eine gute Grundlage. Wer sich mehr Zeit für die Pausen der Genussrundfahrt lassen möchte, der kann auch kürzer treten und die 165 oder die 115 Kilometer unter die Reifen nehmen.
Eine liegende Acht
Organisiert wird die Wendelsteinrundfahrt vom Skiclub Au. Für 2013 und voraussichtlich die Folgejahre haben die Veranstalter eine neue Marathonstrecke erarbeitet: Sie beschreibt von Au aus eine liegende Acht und verläuft zunächst über Raubling und Nußdorf relativ flach nach Aschau. Links im Bild der Geigelstein, geht es weiter nach Oberaudorf und hinauf nach Bayrischzell. Über Warngau rollt der Trupp zum Tegernsee und bergauf zum Spitzingsee, bevor es hinunter nach Fischbachau und zurück nach Au geht. Ab Anfang Mai kann man sich anmelden, aber bitte schnell: Die 700 Startplätze für den Marathon sowie die insgesamt 1300 Startplätze für die beiden anderen Distanzen waren in den letzten Jahren immer ratz-fatz ausgebucht.  |||||

Bewertungen:
Organisation ++++
Streckensicherheit +++
Schwierigkeitsgrad +++
Verpflegung ++++
Geselligkeitsfaktor +++++
Startplatzwahrscheinlichkeit +++
Side-Events  +++
 

Infos kompakt:
Termin        23. August
Startort        83075 Au b. Bad Aibling
Streckenlänge    205 km
Höhenmeter    2960 Hm
Startgebühr    32 Euro
www.wendelsteinrundfahrt.de

Surm

Schöne Landschaft, schwere Strecke, familiäre Athmosphäre: Das ist der SURM

Ein echter Kracher zum Saisonabschluss gefällig? Der Schwarzwald-Ultra-Radmarathon, kurz SURM, hält Anstiege von alpinem Niveau bereit und deckt gnadenlos auf, wie viele Trainingskilometer tatsächlich in den Beinen stecken. Drei Strecken führen beim SURM durch den Schwarzwald. Die Königsdistanz ist der Ultramarathon über 230 Kilometer mit über 4000 Höhenmetern. Die Namen der Anstiege sind in Rennradlerkreisen berühmt-berüchtigt: Zwieselberg, Kniebis, Löcherberg, Geisberg. Der „Scharfrichter“ der Tour ist aber der Kandel. Der Anstieg auf den 1202 Meter hohen Berg verlangt auf 13 Kilometern mit 900 Höhenmetern seinen Tribut an Körnern. Doch die weiten Ausblicke über den dunklen Wald im Südwesten Deutschlands sind alle Mühen wert.
Herausforderung im Schwarzwald
Der SURM gilt als einer der schwersten Radmarathons Deutschlands. Wer ihn bezwingt, schafft auch den „Ötzi“, heißt es. Wer sich die ultralange Distanz mit sieben Gipfelpassagen noch nicht zutraut, dem bieten die Veranstalter zwei weitere schöne und schwere Strecken: 147 Kilometer klingen zunächst gut machbar, doch bitte nicht unterschätzen: Die 2200 Höhenmeter haben es in sich. Radmarathoneinsteiger können sich an die dritte Strecke heranwagen, die mit 82 Kilometern und „nur“ 1250 Höhenmetern zu Buche schlägt. Zahlreiche Elitefahrer stehen beim SURM immer wieder gern am Start. Auch aufgrund dessen, weil der Marathon mit Start und Ziel in Alpirsbach für seine gute Organisation bekannt ist. |||||

Bewertungen:
Organisation ++++
Streckensicherheit ++++
Schwierigkeitsgrad +++++
Verpflegung ++++
Geselligkeitsfaktor +++
Startplatzwahrscheinlichkeit ++++
Side-Events  +++
 

Infos kompakt:
Termin        21. September
Startort        72275 Alpirsbach
Streckenlänge    230 km
Höhenmeter    4070 Hm
Startgebühr    38 Euro
www.surm.de