Reise

Wochenendtouren: Naherholung - Salzkammergut

21.09.2016

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Wochenendtouren: Naherholung - Salzkammergut

Wochenendtouren: Naherholung - Salzkammergut

 
So nah und doch so schön: Wir geben Tipps zu Touren und Regionen, die schnell zu erreichen sind – und dennoch alles bieten, was sich Rennradfahrer wünschen.

 

Man steht abends am Seeufer, blickt nach Norden – und sieht nur an einer Stelle ein paar Lichter. Der Fuschl-See ist weniger bebaut als andere. Hier kann man baden, relaxen, gut essen – alles, was man braucht, um sich von einem Tag auf dem Rennrad zu erholen. Am Morgen kam ich in Fuschl an. Das erste, was ich in der Hotelrezeption sah, waren etliche Ordner mit Karten und Tourenvorschlägen darin. Meine Kriterien für die erste Tour: Nicht zu lang, aber mit vielen Höhenmetern. Bei der „Postalm-Runde“ wurde ich fündig. Die Daten: 110 Kilometer, 1300 Höhenmeter. 

Ich bekomme kostenlos ein GPS-Gerät, auf dem schon um die 20 Rennradtouren gespeichert sind – und rolle los. Der schmale Radweg führt direkt am Wolfgangsee entlang. Ein Geheimtipp für Bergfahrer ist hier ein kleiner Ausflug auf die Bleckwand. Das schmale Sträßchen zum Bergsattel geht direkt von der Bundesstraße im Örtchen Gschwendt ab. Es führt vom See auf 1200 Meter. Steil geht es durch den Wald. Sieben Kilometer, 660 Höhenmeter. Wieder unten muss ich dann einige Kilometer auf der Bundesstraße dahinrollen, noch ist es flach. Dann geht es rechts ab – und die Autos sind verschwunden. Die Straße wird enger, doch sie ist nagelneu. Links neben mir gurgelt ein glasklarer Wildfluss. Daneben das schwarze Asphaltband. Ich bin so mit Schauen beschäftigt, dass ich die zwei, drei, vier Steigungsprozente kaum wahrnehme. Rechts und links stehen Felswände. Sonst ist nur Grün um mich, dichter Wald. Nach vier Kilometern ein Holzhäuschen und eine Schranke, die Mautstation. Ich rolle an dem einen wartenden Auto vorbei. Die Straße macht einen Rechtsknick – und verlässt das Flusstal. Es wird steiler. Und noch steiler. Es geht durch den Wald. Ich bin dankbar für den Schatten.

Mehr als Höhenmeter

Oben auf rund 1300 Metern Höhe über dem Meer wartet ein Hochplateau. Doch es bleibt nicht viel Zeit, um mich zu erholen. Auf eine Pause in einer der Hütten verzichte ich heute. Nach weniger als zwei Kilometern im Flachen geht es schon wieder bergauf. Dann kurz bergab. Dann wieder bergauf. Erst nach rund fünf Kilometern kann ich die richtige Abfahrt genießen. Auch hier: kein Auto, nirgends.

Rund 800 Höhenmeter auf 17 Kilometern habe ich hinter mir. Nach der Abfahrt auf den kleinen Sträßchen geht es wieder auf einer größeren Straße weiter. Im Flachen. Später führt mich die Runde am Wiestalstausee entlang. Unterwegs hat man etliche Optionen, noch mehr Höhenmeter zu sammeln. Ein besonders schöner Tipp ist die Trattberg-Panoramastraße, die man ab St. Koloman erreicht. Die kleine Mautstraße führt auf 1540 Meter Höhe. Die Auffahrt lohnt sich sowohl landschaftlich als auch konditionell. Auf rund 18 Kilometern Länge warten 1100 Höhenmeter.

Der nächste Tag, die nächste Tour

Das Frühstück ist beeindruckend. Es gibt wirklich alles, was man sich als Sportler wünscht. An den Tischen um mich herum: Triathleten. Und noch mehr Triathleten. In der kameraüberwachten Radgarage hängen mehr als 70 Renn- und Zeitfahrräder. Nach der Verdauungsphase breche ich auf. Heute geht es zum Hausberg aller Salzburger Radfahrer: dem Gaisberg. Von seinem Fuß sind es nur vier Kilometer in die Stadt. Von Fuschl auf direktem Weg auch nur rund 24. Ich fahre die Route, die mir Jakob Schmidlechner, der Wirt des Hotels Mohrenwirt, am Abend zuvor empfohlen hat. Über Faistenau geht es zur Strubklamm. Es geht zwischen Felswänden entlang, auf einem schmalen Sträßchen, durch einen kurzen Felsentunnel. Links neben mir die steile enge Schlucht.

Die Wege bleiben so schmal, der Verkehr bleibt kaum vorhanden. Ab dem Örtchen Elisabethen beginnt die Straße anzusteigen. Elf Kilometer, 810 Höhenmeter. Es geht an zwei, drei Bauernhöfen vorbei. Erst steil, dann flacher. Dann mündet das Wegchen in eine etwas breitere Straße. Jene, die aus Salzburg auf den Gaisberg führt. Ab jetzt wird es richtig steil – und nur einmal, für rund 200 Meter flacher. Die letzten vier Kilometer sind mehr als fordernd. Doch die Aussicht vom Gipfel entschädigt für alles. Unter mir erstreckt sich die Großstadt. Auch sie ist ein Fakt, der für Fuschl als Rennradlocation spricht: Der nichtradfahrende Rest der Familie kann sich die Schönheiten der Stadt ansehen. Ich begnüge mich heute mit einem „Verlängerten“ – und schwinge mich wieder aufs Rad. //

 

Zur Region

Tipp

Hotel: Das Hotel Mohrenwirt in Fuschl am See ist voll auf Rennradfahrer und Triathleten ausgelegt. Der Besitzer, Jakob Schmidlechner, ist selbst Rennradfahrer und Triathlet und weiß, worauf es bei einem Rad-Hotel ankommt. Neben dem Spa-Bereich, einem 25-Meter-Sportschwimmbecken und eigenem Seezugang bietet es Karten-, Wäsche-, Leihrad- und GPS-Geräte-Services, einen videoüberwachten Radraum mit Werkstattbereich, spezielle Radfahrerpauschalen sowie ein an die Bedürfnisse von Ausdauersportlern angepasstes Essensangebot.

Dorfplatz 3, 5330 Fuschl am See, Österreich

Telefon: +43 6226 8228

www.mohrenwirt.at, email: info@mohrenwirt.at, www.roadbike-holidays.com 

 

Die Touren

1: Zur Postalm: 103 Kilometer, 1591 Höhenmeter

Fuschl am See - Sankt Gilgen - Strobl - Postalm - Lammertal - Voglau - Golling - Hallein - Ebenau - Hof bei Salzburg - Fuschl am See

 

2: Eddy Merckx Radmarathon: 169 Kilometer, 2609 Höhenmeter

Fuschl am See - Thalgauegg - Hof bei Salzburg - Wiestal - Guggental - Schwaighofen - Eugendorf - Lochen - Mondsee - Fuschl am See

 
 
 
 
 

 

 

Quelle: 

Foto: J. Amann, L. Ellenberger, Fotolia

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