Test & Technik

Diebstahlschutz beim Rennrad: Tipps und Verhaltensregeln

25.01.2018
Wie schütze ich mein Rad vor Diebstahl

Wie man sich vor Raddiebstahl schützen kann

Preise zwischen 750 und 3.000 Euro sind beim Rennradkauf für Freizeitbiker gängig. Profis hingegen, investieren teilweise deutlich mehr. Bis zu 10.000 Euro kann ein Hightech-Modell kosten. Bei derartigen Summen stellt sich die Frage, wie sich die Zweiräder effektiv vor Diebstahl schützen lassen. Schließlich wäre der Verlust mit erheblichem, finanziellem Schaden verbunden. Wir fassen Tipps und Ratschläge von Polizei und ADFC zusammen.

900 Räder pro Tag

Wie ARD in der TV-Serie Panorama bestätigt, werden in Deutschland täglich rund 900 Fahrräder gestohlen. Grund genug, sich mit dem Thema Prävention zu beschäftigen.

Vorbeugende Maßnahmen – abschließen und codieren

Um Diebstahl vorzubeugen, sind einige präventive Maßnahmen empfehlenswert. Allen voran das Fahrradschloss. Trotz des Risikos, stellen noch immer zahlreiche Fahrradfahrer ihren Drahtesel ungesichert ab oder verwenden Billigschlösser, die sich von Langfingern in Sekunden aufbrechen lassen. Folgende Tipps beugen dem Ernstfall vor:

  • Verwendung stabiler Fahrradschlösser aus Spezialstahl
  • Schwere Bügelschlösser und Panzerkabel schrecken Diebe ab
  • Schlösser müssen über effektive Schließsysteme verfügen
  • Rahmen und Räder sollten an verankerten Elementen angeschlossen sein
  • Ausschließlich Schlösser mit geprüfter Qualität verwenden
  • Räder nicht an einsamen Stellen zurücklassen
  • Fahrradpass anlegen und Fabrikat, Rahmennummer und sonstige Merkmale notieren

Welche Schlösser helfen?

Beim Verband der Schadensversicherer unter vds-home.de wurden empfehlenswerte Zweiradschlösser arrangiert. Der Kaufpreis eines Fahrradschlosses sollte fünf bis zehn Prozent des Fahrradneupreises ausmachen. Welche Varianten am Markt erhältlich sind, ist der Tabelle zu entnehmen:

Schlossart

Beschreibung

Bügelschloss

Sie gelten als die sicherersten Fahrradschlösser und sind von einem schweren Stahlbügel geprägt. Hochwertige Markenmodelle helfen sogar gegenüber dem „Lockpicking“, dem professionellen Knacken.

Rahmenschloss

Sie dienen als eine Art Wegfahrsperre, schützen aber nicht effizient vor Diebstahl. Als Ergänzung zum Bügelschloss gegen den Klau des Hinterrads eine gute Wahl.

Kettenschloss

Die Kettenglieder moderner Ausführungen sind fast so stabil, wie Stahlbügel. Gegenüber Bügelschlössern profitieren Besitzer von mehr Flexibilität beim Anschließen.

Faltschloss

Kombinieren die Vorteile von Bügel- und Kettenschlössern.

Spiralkabelschloss

Auch diese Schlösser sind als alleiniger Schutz nicht ratsam. Ein Seitenschneider reicht zum Aufbrechen und das Bike ist weg.

Grundsätzlich sollten Fahrräder stets angeschlossen und nicht nur abgeschlossen werden. Fest verankerte Elemente, wie Straßenlaternen, eignen sich hervorragend für die Sicherung. Abzuraten, ist hingegeben von Gegenständen, die keine ausreichende Höhe aufweisen und Dieben das Wegtragen des Eigentums erleichtern. Gut geschützt, stehen Räder generell in geschlossenen Räumen wie dem Keller. Alternativen sind sogenannte Abstellanlagen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. hat derartige Produkte getestet und unter adfc.de präsentiert.

Codierung: Der Albtraum der Langfinger

Bei diversen Ansprechpartnern, darunter ADAC, Fahrradhändler, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Polizei oder Versicherern können Fahrradbesitzer ihr Rad codieren lassen. Die alphanumerische Codierung wird in Form von Ziffern und Buchstaben in den Rahmen eingraviert und informiert bei Entschlüsselung über die Anschrift des Besitzers. Zahlreiche Polizeiämter und Fundämter können die Codierung „lesen“ und damit die Besitzverhältnisse eines gefundenen Zweirads klären. Die Polizei fügt in einem Beitrag zur Zweiradsicherung unter polizei-beratung.de einen weiteren Vorteil der Codierung hinzu: „Die Weitergabe und der Verkauf gestohlener Räder werden unattraktiv, da sich die Codiernummern nur sehr schwer wieder entfernen lassen.“ Kriminelle werden derart gekennzeichnete Räder nicht als „Ware“ annehmen.

Rennräder richtig versichern

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Diebe zuschlagen, ist der Ärger über den Verlust des kostspieligen Rennrads groß. Gut, wenn Besitzer an eine Versicherung gedacht haben, die für den Kauf eines gleichwertigen Modells aufkommt. „Eine separate Fahrradversicherung lohnt sich bereits bei einem Fahrrad-Wert ab 500 Euro“, erklärt das Vergleichsportal fahrradversicherung-test.com und fügt hinzu: „Die Versicherungssumme sollte dem Kaufpreis Deines Rades inkl. Sicherheitsschloss und festverbautem Zubehör, gerundet auf volle Euro, entsprechen.“ Da im Schadensfall ausschließlich der tatsächliche Wert erstattet wird, wäre eine Überversicherung mit unnötigen Ausgaben verbunden.

Bei der Auswahl einer Fahrradversicherung ist ein kritischer Blick auf das Kleingedruckte sinnvoll, da sich die Leistungen teilweise massiv unterscheiden. Zu den wichtigsten Kriterien, die es zu prüfen gilt, gehören:

  • Welcher Leistungsumfang ist geboten? (Diebstahl, Vandalismus, Teilediebstahl)
  • Gilt der Schutz auch im Ausland?
  • Wo liegt die Leistungsobergrenze?
  • Ist ein Höchstalter für versicherte Räder festgelegt?
  • Sind bestimmte Fahrradschlösser vorgeschrieben?

Ist das Rennrad keine 500 Euro mehr wert, kann der Versicherungsschutz über die Hausratversicherung ausreichen. Oft ist der Fahrradschutz inklusive. Ein Anruf bei der entsprechenden Versicherungsgesellschaft bringt Klarheit.

Quelle: 

Bilder: weareaway & Tama66 / pixabay.com

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