Test & Technik

Erster Test: Canyon Grail - Das Gravelbike neu definiert

14.03.2018
Erster Test: Canyon Grail CF Gravelbike

Ein Rad für alle Fälle

Der Name zeigt die Ambitionen: Grail – Canyon will mit seinem neuen, ersten Gravelracer den heiligen Gral dieser noch jungen Radgattung gefunden haben. Was ein Gravelrad ist, ist noch nicht wirklich definiert. Die Grobdefinition: Ein geländegängiges Rennrad mit einer langstreckentauglicheren Geometrie als die racelastigen Cyclocrosser. Canyon will den Gravel-Standard setzen.

Der Lenker ist ein Hingucker

Das Grail ist ein Rad, das fast alles können soll. Ein Rad für viele Untergründe, für die Straße, fürs Gelände. Das Grail bietet sehr viele Neuheiten und durchdachte Details, aber vor allem ein Aspekt wird für Diskussionen sorgen: der Lenker. Er ist anders gebaut als alles, was es bisher gab. Er hat eine zweite Strebe, eine Carbonverbindung in der Mitte, zwischen den beiden Drops. Auch das gewohnte obere Quer- beziehungsweise Lenkerrohr ist anders konstruiert, dünner, stark oval – und hat einen klaren Zweck: durch einen hohen Flex eine Dämpfungsfunktion übernehmen und somit den Fahrkomfort signifikant erhöhen. „Hover Bar“ nennt Canyon diese Neuentwicklung. Er ist rund 100 Gramm schwerer als ein „normaler“ Lenker, laut Canyon bietet er aber einen sieben Mal stärkeren Flex, und damit Dämpfungskomfort, als die anderen hauseigenen Carbonlenker.

Erster Fahrtest

Die erste Testfahrt auf dem Grail CF SLX 8.0 mit einer Ultegra-Di2-Gruppe: Der flexende Bereich des Oberlenkers bringt bei gerade Strecke, wenn man die Hände in der entsprechenden Position hat, einen spürbaren Komfortgewinn. Bergab lässt sich unser Tester zu kleinen Sprüngen hinreißen – kein Problem für das Grail. Der generell sehr hohe Dämpfungskomfort hängt natürlich auch mit der wie eine Blattfeder wirkenden VCLS-2.0-Carbon-Sattelstütze und den sehr griffigen 40 Millimeter breiten G-One-Bite-Tubeless-Reifen zusammen, die Canyon extra für das Grail zusammen mit Schwalbe entwickelt hat. Die Testfahrt absolvieren wir mit rund zwei bis 2,5 Bar Luftdruck in den Tubelesspneus. Die Haftungs-, Dämpfungs- und Rolleigenschaften: hervorragend. Bergauf verhält sich das Grail extrem spritzig und agil – was sowohl an der sehr hohen Tretlagersteifigkeit als auch an dem geringen Gesamtgewicht von rund 8,1 Kilogramm liegt.

Die Drops des Lenkers weisen einen Winkel von 7,5 Grad auf –nach außen gedreht. Was die Geometrie angeht, so ist das Grail zwischen dem Endurace und dem Ultimate angesiedelt. Der Radstand ist um 40 Millimeter länger als beim Endurace (in Größe M). Die Modelle der kleinen Größen werden mit 650B-Laufrädern ausgeliefert. Extra: Am Oberrohr des Grail sind extra Schutzfolien angebracht, um dort Bikepacking-Taschen anzubringen. Der Hersteller Topeak hat speziell für das Grail drei Taschenmodelle „maßgeschneidert“ – für das Oberrohr, den Sattel, den Lenker. Auch Ösen zur Schutzblechmontage sind vorhanden. Als weitere Plattform wird auch ein Aluminium-Rahmen eingeführt werden.

Weitere Fahreindrücke und Fakten finden Sie in der RennRad-Ausgabe 5/2018.

Facts und Preise des Canyon Grail:

Die Reifenfreiheit: bis zu 42 Millimeter

Die Steckachsen: 12 Millimeter, vorne und hinten

Die Scheibenbremsen: 160 Millimeter Durchmesser, vorne und hinten

Die Farben: Storm Green, Meteor Grey, Carbon Copper, Copper Red

Die Rahmengewichte (Größe M): Grail CF SLX: 830 Gramm / Grail CF SL: 1040 Gramm

Die Preise: ab 2199 € (mit 105er Gruppe) bis 4599 € (für das CF SLX 8.0 mit der Ultegra Di2)

 

Quelle: 

Redaktion RennRad (David Binnig), Fotos: Canyon, M. Greber

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