Test & Technik

RennRad Test: Best of Alu

17.07.2017
Best of Alu - Das Comeback der Alu-Renner

RennRad Test: Best of Alu - Das Comeback der Alu-Renner

Sie sind wieder da: Moderne, schnelle Rennräder aus Aluminium. Sie sind stabil, haltbar, günstig. Alu-Modelle aller Preisklassen im Test.

 

Lange galt der Werkstoff Aluminium als ausgereizt. Haltbare Spaßmaschinen Einst dominierte er den Rennradmarkt, schnell hatte Alu den Stahl als Standard-Rahmenmaterial verdrängt. Heute ist er selbst verdrängt, marginalisiert – auf das Stahl- und das Alu-Zeitalter folgte das des „schwarzen Kunststoffs“: Carbon. Leichte Carbon-Renner mit guter Ausstattung sind inzwischen für weit unter 2000 Euro zu haben. Was also sollte noch für Rennräder aus Aluminium sprechen?

Viel, sagen viele Entwickler und Experten. Die technische Entwicklung der vergangenen Jahre war enorm. Den Beginn machte Cannondale vor rund sechs Jahren mit seinem enorm leichten und steifen CAAD-10-Rahmen. Ab da entwickelte sich ein kleiner Kult ums Aluminium. Fans investierten viel Geld und bauten sich auf Basis dieses Rahmens Räder mit Gesamtgewichten von unter sechs Kilogramm auf. Neue Legierungen wie „6069“ machten dies möglich. Zudem wurden neue Schweißverfahren – wie etwa die Smartweld-Technik, die Specialized an seinem Allez einsetzt – entwickelt, die einen geringeren Materialeinsatz und dünnere Rohre ermöglichten. Verfahren wie das Hydroforming, bei dem per Hochdruck Öl eingepresst wird, trugen zur Verarbeitungsrevolution bei. Dabei blieben die altbewährten Stärken des Rohstoffs erhalten: die Dauerhaltbarkeit, Robustheit, das gute Preis-Leistungsverhältnis.

Haltbare Spaßmaschinen

Völlig neu auf dem europäischen Markt ist das Specialized Allez Sprintes ist ein Paradebeispiel für das Revival, das Aluminium im Rennradsektor gerade erlebt. Auf den ersten Blick ist der Rahmen kaum von einem aus Carbon zu unterscheiden. Er ist zudem recht leicht, die Rohrformen sehr aerodynamisch. Die Schweißnähte sind nicht direkt am Tretlager, sondern einige Zentimeter davon entfernt. Dies soll für eine höhere Steifigkeit sorgen. So viel vorweg: Das Allez Sprint erfüllt seinen Zweck. Es ist schnell, agil – ein Rad, das einfach Spaß macht. Und das für günstige 1599 Euro.

Alurahmen und Komponenten verzeihen mehr als solche aus Carbon. Das ist unter anderem wichtig für Pendler, Vielfahrer und Menschen, die oft mit ihrem Rad reisen. So sind im Testfeld auch einige „klassische" Alu-Modelle vertreten – mit klassisch-sportlicher Geometrie. Hierzu zählen etwa das Bergamont Prime 6C und das Benotti Fuoco AL. Tradition und Moderne vereint BMC in seiner Roadmachine 03. Es ist das einzige Rad des Testfelds, an dem Scheibenbremsen verbaut sind. Generell waren unsere Tester mehr als zufrieden mit den Fahreigenschaften und den Dauertesteigenschaften der meisten Räder. Aluminium gehört noch lang nicht zum „alten Eisen“. // 

 

Quelle: 

Text: David Binnig, Daniel Götz; Bilder: Jürgen Amann, Gideon Heede

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