Test & Technik

RennRad Test: Colnago C60

25.07.2017
Das Colnago C60 im RennRad Test.

Colnago C60

Das Colnago C60 im RennRad Test.

 

Das Rad gehört dem ehemaligen Radprofi Ludo Dierckxsens. Daher entspricht die Ausstattung nicht ganz der Zusammenstellung, die Colnago mit einer Ultegra-Di2-Gruppe dem Händler anbietet. Es ist also ein Unikat. Der C60 Rahmen und alle seine Bauteile, zum Beispiel die Rohre und Muffen, sind komplett „Made in Italy“. Wie zur Bestätigung prangt auf unserem Testrad eine große Italien-Flagge am Sattelrohr. Bei der Herstellung des Rahmens werden Prepeg-Carbonfaser-Matten für die Rohre um eine feste Spindel aus Edelstahl gewickelt und nicht wie bei einem Monocoque-Rahmen in die äußeren Formen drapiert. Die Herstellungsmethode weist den Vorteil auf, einen sehr hohen und konstanten Druck beim Backen aufzubauen und damit eine nahezu perfekte Oberflächenstruktur herzustellen. Die Sorgfalt bei der Produzierung ist fühlbar. Streicht man über das Oberrohr des C60, fühlt man eine glatte, harmonische Oberfläche. Genauso kompromisslos sind auch viele andere Details am Rahmen, wie zum Beispiel die wechselbaren BB86 Press-Fit-Passungen im Tretlagergehäuse oder die CNC-gefrästen Aluminium-Ausfallenden, die komplett aus einem Stück bestehen. Sie sind daher sehr verwindungssteif. Effektiv gibt es bei Colnago eine Vielzahl an unterschiedlichen Rohren mit unterschiedlichen Eigenschaften, die verschiedene Carbonfasern, Mattenbelegungen, Wandstärken und Verstärkungszonen aufweisen. So besitzt jede Rahmenhöhe eine andere, an die Geometrie angepasste Rohrkombination, um eine ordentliche Performance zu ermöglichen.

Sitzposition und Gruppe

Die Sitzposition unseres 56er-Testrahmens ist durch das relativ kurze Steuerrohr und den montierten langen Vorbau gestreckt. Dazu kommt eine große Sattel-Lenker-Überhöhung, ein klares Indiz dafür, dass es sich hierbei um das Rad eines Ex-Profis handelt. Das C60 ist ein Rad zum Schnellfahren, egal ob auf der Ebene oder bergauf. Bergab gleitet es ruhig und spurtreu. Im Wiegetritt marschieren Rad und Fahrer entschlossen nach vorne. Die Rahmensteifigkeit ist nicht überragend, aber auf gutem Niveau. Die Vision Metron Laufräder sind mit ihren 40 Millimetern Felgenhöhe ein guter Kompromiss zwischen Aerodynamik und Alltagstauglichkeit. Die Challenge Criterium SC Reifen rollen ordentlich. Man spürt ihre Wettkampfausrichtung. Für das Training haben sie wie alle Schlauchreifen einen kleinen Nachteil. Zur Funktion und zur Dauerhaltbarkeit der Ultegra-Di2-Gruppe wurde schon viel geschrieben. Die Quintessenz dessen lautet: zuverlässig, schnell, geschmeidig, gut. Und sie erfordert kaum Wartungs- oder Einstellungsaufwand. Das Schaltwerk verhindert automatisch ein Schräglaufen der Kette und damit jegliche Schleifgeräusche. Wie das Schaltwerk arbeitet auch der Umwerfer butterweich. Die FSA K-Force Bremsen funktionierten im Test reibungslos. Nach dem Geschmack unseres Testers könnten sie noch etwas mehr zupacken. Großes Lob gab es dagegen für den bequemen Prologo Scratch 2 Sattel. //

 

Der Hersteller

Der Name Colnago ist legendär. Bereits 1954 gründete Ernesto Colnago das Unternehmen. Colnago ist ein echter Rahmenbauer und möchte für seine Rahmen immer die besten Fahreigenschaften gewährleisten. Die italienische Schmiede bietet viele Rahmenhöhen, damit der Fahrer keine Kompromisse in Sachen Sitzhaltung, Komfort und der vollen Ausnutzung seiner Leistungsmöglichkeiten eingehen muss. Jede der 19 Rahmenhöhen und Geometrien, weist Kettenstrebenlängen, Tretlagerhöhen und unterschiedliche Sitzrohrwinkel auf. Dazu ist das C60 in 18 unterschiedlichen Farbgebungen erhältlich. Der Rahmen kann in sechs Versionen geliefert werden. Drei Versionen für herkömmliche Felgenbremsen und drei Versionen für Scheibenbremsen. Sondermaße sind ebenfalls möglich und kosten rund 450 bis 500 Euro mehr. Preiswerte Modelle lässt Colnago jedoch seit 2003 auch in Fernost fertigen.

 

Teile

  • Rahmen: Carbon
  • Größe: 50, 52, 54, 56, 58, 60 
  • Gabel: Vollcarbon
  • Bremsen: FSA K-Force light
  • Schaltgruppe: Shimano Ultegra Di2
  • Kurbel: FSA K-Force light
  • Laufräder: Vision Metron 40
  • Reifen: Challenge Criterium SC, 25 mm
  • Lenker / Vorbau: FSA K-Force light
  • Stütze: FSA K-Force light
  • Sattel: Prologo Scratch 2

 

Rahmenpreis: 4549 Euro

Gewicht: 7,55 Kilogramm 

Fazit: Beim C60 spürt man die Renngene vom ersten Meter an: Es ist ein Rad für den Wettkampf, das für diese Ausrichtung einen erstaunlichen Komfort liefert und durch seine Haltbarkeit glänzt.

Quelle: 

Text: David Binnig, Daniel Götz; Bilder: Amann, Kölln, Ax Lightness, Norwid, Drews

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